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Individuelle Förderung im Anschluss an 2P

Das Instrument 2P eignet sich nicht als aleiniges Selektionsinstrument - beispielsweise um zu entscheiden, ob eine Schülerin oder ein Schüler für eine bestimmte Schulart in Frage kommt. Es kann aber - zusammen mit den Erkenntnissen der Klassenkonferenz - ein wichtiges und ressourcenschonendes Instrument für die Weiterentwicklung einer Schülerin / eines Schülers sein.

Weder müssen alle Module durchgeführt werden, noch in einer bestimmten Reihenfolge. Sie als Lehrkraft bestimmt, was Sinn macht für eine Schülerin / einen Schüler. Außerdem ist die Durchführung im Gegensatz zur Kompetenzanalyse Profil AC freiwillig .

Voraussetzung für die Weiterentwicklung ist, dass nach der Durchführung von 2P-Bausteinen, ein Fördergespräch stattfindet, dass die individuellen Gegebenheiten der Schülerin / des Schülers berücksichtigt.

Mögliches Vorgehen:

Zum Zielvereinbarungsgespräch ist die Teilnahme der Eltern/Betreuer äußerst wünschenswert. Bei sprachliche Barrieren sollte - wenn möglich - ein Übersetzer angefordert werden. Bei volljährigen Schülerinnen und Schülern muss selbstverständlich deren Einwilligung zur Teilnahme der Eltern/Betreuer vorliegen.

Grundlage der Zielvereinbarungsgespräche sind einerseits die bisher erfolgten Lernberatungsgespräche. Andererseits die Ergebnisse der 2P-Analyse. Zudem holt die Lehrkraft vorab eine Rückmeldung bei den Fachlehrern der Klasse ein, welche den Leistungsstand sowie das Verhalten und die Mitarbeit (Handlungskompetenz) der SuS betrifft. Dadurch wird ein Gesamtbild sichtbar, das zusammen mit den Ergebnissen aus 2P das Potenzial einer Schülerin / eines Schüler deutlicher abbildet.

Die Lehrkraft führt alle Informationen zusammen und stellt diese auch im Anschluss an das Zielvereinbarungsgespräch den betrofffenen Lehrkräften zur Verfügung. Dadurch kann jede Lehrkraft für Ihren zuständigen Bereich aktiv werden.


Im Anschluss an 2P haben sich laut Lehrkräftebefragung folgende zentrale Themen herauskristallisiert:

  1. Bei vorhandenen Deutsch-A2-Kenntnissen haben neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler trotzdem häufig Schwierigkeiten, dem Fachunterricht insb. Mathematik zu folgen.
  2. Spracharmes und kulturfaires Fördermaterial zur Förderung überfachlicher berufsrelevanter Kompetenzen sind schwer zu finden.

Daher lässt das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport nun webbasiertes Fördermaterial für diese beiden Schwerpunkte entwickeln. Ziel dabei ist es, Lernpfade nutzen zu können, die abhängig von den Sprachkenntnissen, aber auch abhängig vom didaktischen Zugang (Z. B. Text, Audiofile, Film) individualisiert durchgeführt werden können. Dabei soll über Fachinhalte die Vermittlung der Fachsprache / Bildungsprache erleichtert werden. Sie sollen auch Fachlehrerinnen und Fachlehrern im Regelangebot Anregungen geben, welche didaktischen Maßnahmen bei der Unterrichtsplanung mit neu zugewanderten im Klassenverband zu optimaleren Ergebnissen führen können.

Die Umsetzung dieser Lerninhalte soll nach dem Scaffolding-Prinzip erfolgen. Scaffolding (vom englischen "scaffold" oder "scaffolding" = Gerüst) bezeichnet im pädagogisch-psychologischen Kontext die Unterstützung des Lernprozesses durch die Bereitstellung einer ersten vollständigen Orientierungsgrundlage in Form von Anleitungen, Denkanstößen und anderen Hilfestellungen. Mit zunehmendem Lernfortschritt wird dieses "Gerüst" wieder schrittweise entfernt.

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